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Rückblick 2022: ESMONO – (k)ein gutes Jahr?

Auch an der ESMONO gingen die Zustände im Land nicht spurlos vorbei. Immerhin konnte die erste in der ESMONO geführte Abschlussklasse einen offiziellen Schulabschluss machen; erstmaliges Highlight und wichtiger Markstein in der Geschichte der noch jungen Schule. Nicht ganz einfach und nicht ganz billig, das ganze Prozedere. Die Prüfungen fanden in bestimmten Zentren statt, wohin die Jugendlichen erstmals gefahren werden mussten; zudem ist das Ganze ein riesiger Bürokrieg mit beträchtlichen Kosten verbunden.

Die Vorbereitungen zur Abschlussprüfung war ein riesiger Papierkrieg.
Schülerinnen und Schüler, die schulischen Nachholbedarf hatten, konnten in den Sommerferien die Löcher stopfen. Danke an die ESMONO – Lehrpersonen.

Schulbeginn & Krankheiten: Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen empfing die ESMONO ihre Kinder bereits wieder im Oktober. Erst wagten sich wenige auf den langen Schulweg, lauerten doch überall Gefahren. Viele Kinder  und ihre Familien litten unter Hunger, später folgten Krankheiten, die den Schulbesuch hemmten. Gegen Ende Jahr  war dann Corona kein Thema mehr, umso mehr dafür die Cholera. Bald schon gab es Todesfälle zu verzeichnen und täglich tauchten kranke Kinder in der Schule auf. Dies veranlasste die Schulleitung, auf Medikamentensuche zu gehen und die Kinder, die sich keinen Arzt leisten konnten, medizinisch zu verpflegen. Dazu wurde eine Krankenschwester verpflichtet, die regelmässig vorbei kommt. Die Schulleitung und die Lehrpersonen versuchten alles, um gute Stimmung und Zuversicht zu  vermitteln und die Kinder vom trüben Alltag abzulenken. Dies erkennt man auch an den Videos.

Gedenkveranstaltung für verstorbene Elternteile.

Sicherheit: Mehrere Male war auch die Schulleitung im Fokus der Banditen. Das Haus durfte nicht mehr verlassen werden. Die Kinder der Schulleiterin mussten zu Hause bleiben wegen Gefahr vor Kidnapping. Parallel dazu gab es schwere Krankheiten und einen Todesfall in der Familie. Behandlung kaum möglich, Beerdigung kaum möglich. Unvorstellbar für uns hier, was da alles abging. Die Liste von durchlebten Schwierigkeiten könnte hier locker stark erweitert werden; wir verzichten darauf aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes. Wie kann man das alles unbeschadet überstehen?

Alltag/Nahrungssituation: Nahe Kenscoff  konnte  ein grösseres Landstück gepachtet werden, auf welchem u.a. Kartoffeln angepflanzt wurden. Vorerst gediehen diese prächtig, dann setzte die Regenzeit zu spät ein (durch den Klimawandel haben sich offenbar die Regenzeiten verlagert) und es regnete zu stark. Kaum mehr etwas blieb zum Ernten übrig.

Kommt dazu, dass unter den gegebenen Umständen der Weg zur Pflanzung gefährlich und nur mit Töfftaxi erreichbar war (fehlendes Benzin, Gefahr vor Beschlagnahmung des Autos). Nachvollziehbar, dass die Kinder so keine Gartenarbeiten leisten konnten.

Diverse Kinder brachen im Laufe des Jahre zusammen, seis infolge Hungers oder Krankheit – oder einer Kombination von beidem. ESMONO unterstützte, wo immer möglich; denn ein hungerndes oder krankes Kind kann hier wie dort nicht lernen.

Täglich kommen Kinder krank zur Schule.

Wir danken der Schulleitung der ESMONO und den Lehrpersonen für ihre aufopfernde Tätigkeit, ihren Durchhaltewillen, die Motivation und die Fähigkeit, allen Umständen zum Trotz, Bildung und Geborgenheit zu vermitteln und den Schulbetrieb vergleichsweise gut aufrecht erhalten zu haben. Hut ab!

Rückblick in Bildern

Kartoffelacker, steiniges Gelände
Valentinslied:-)
Valentinstag im Kindergarten
Valentinstag und Verslein
Muttertag 🙂
Basteleien für die Mutter
Ode an die Mamas 🙂
Quartierputzete, Fötzelen..Vorbild gegen Littering
Journée des fruits: Vorbereitung 🙂
Die Kinder lernen die Bezeichnungen der Früchte kennen.
Zuckerrohr: Geschält, dann durch den Mund gezogen ..mhh…
Gelernt wurde auch, warum Früchte gesund sind; nach der Lerneinheit durften die Früchte gegessen werden.
Vor den Sommerferien wurde ein Bassin organisiert und mit etwas Wasser gefüllt. Ein riesen Spass für alle! Früher konnte man einmal im Jahr ans Meer fahren. Nicht mehr möglich.
Natürlich durfte auch ein bisschen Verpflegung nicht fehlen. 🙂

Rund um die Schule

Das neuere, bessere Auto konnte nicht mehr geflickt und nicht verkauft werden (es geht offenbar all jenen Modellen gleich in HT), also musste ein älteres Exemplar erworben werden; ohne Fahrzeug geht gar nichts dort oben (Material-, Schülerkrankentransport usw.)
Die Fäkaliengrube der Schule überlief und war nicht mehr zu reparieren. Also musste eine neue Grube ausgehoben werden. Eindrücklich die Arbeit(-sbedingungen)!

Fast fertig, wurde die Betondecke durch einen Erdrutsch teilweise wieder verschüttet. Aber Ende gut, alles gut. Die Kinder konnten wieder zur Schule, was vor der Sanierung der Grube nicht mehr möglich war.

In den Sommerferien wurden wie üblich die Klassenträume restauriert.
Und das waren die Klassenräume im oberen Schulhaus, bereit fürs neue Schuljahr .

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